Offener Brief bezüglich der Vorgänge bei der „Villa Krehl“

Information über die Vorgänge bei der „Villa Krehl“ : Mobbing gegen die letzte Mieterin Barbara M., nicht Einhaltung von Bauvorschriften und jetzt aktuell Fällung von alten Bäumen in der Verbotszeit vom 1. März bis 30. September des bundesweiten Naturschutzgesetzes.

Sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte der Stadt Heidelberg,

Vor der OB Wahl in Heidelberg im Oktober 2022 haben wir als Verein Üsoligenial Heidelberg Rhein-Neckar e.V. und der Montagsdemo Heidelberg, die OB Kandidaten*innen über die Vorgänge in der „Villa Krehl“ informiert und eingeladen am offenen Mikrofon zu den Vorgängen ihre Meinung zu sagen. Vier OB Kandidaten*innen haben sich auf unterschiedliche Weise solidarisiert. Der damalige und jetzige OB hatte diese Einladung völlig ignoriert. Ja, noch nicht einmal entschuldigt.

Auf der Webseite der Montagsdemobewegung Heidelberg können Sie unter diesem Link weiteres erfahren:

http://www.montagsdemo-heidelberg.com/skandal-geht-weiter-wichtige-historische-alemannische-fraenkische-funde-werden-verheimlicht-mobbing-hoert-nicht-auf/.

Doch es geht weiter, nicht nur was den Druck auf die letzte Mieterin Barbara M. angeht, sondern auch was die illegalen Bautätigkeiten und Fällungen von alten großen Bäumen angeht.

Die Kündigungsverfahren gegen die letzte Mieterin, die anstanden, hat der Eigentümer und Spekulant Moretti vor dem Amtsgericht Heidelberg verloren.

Obwohl Herr Moretti nur eine Teilfreigabe zur Sanierung des Daches hatte, hat er tonnenweise Bauschutt aus der denkmalgeschützten Villa abtransportieren lassen, ohne Genehmigung eine Treppe entfernt sowie eine wichtige Stützwand im Keller illegal entfernt. Das Bauamt war vor Ort und ist über die Details informiert, soweit unsere Informationen.

Aber warum keine Informationen an die Öffentlichkeit?

In der Zwischenzeit hat er im Juli alte große Bäume fällen lassen. Die Polizei war da, daraufhin stoppte er die Fällungen und ein paar Tage später fällte er, wie uns eine Beobachterin berichtete, den Rest (siehe Bild vom 19. Juli). Warum keine Veröffentlichung vom OB Würzner, Bauamt, Polizei und Umweltamt an die Presse?

Foto vom 19. Juli 2023

Heidelberg 24 schreibt zu diesem Gesetz. „Ab 1. März bis 30. September ist Fortpflanzungszeit“, da ist sogar das Zurückschneiden „von Hecken, lebende  Zäune, Gebüsche und sonstige Gehölze verboten“. Er lässt ungeniert in der verbotenen Zeit illegal alte Bäume direkt in Heidelberg komplett absägen, sprich fällen. Kein öffentliches Interesse aus Sicht von OB Würzner, Bauamt, Polizei und Umweltamt. Leider auch nicht für die RNZ?

Bei der „Villa Krehl“ geht es um ein historisches Gebäude in der Stadt Heidelberg unter Denkmalschutz. Es wurde für einen zweistelligen Millionenbetrag gekauft und wird in mehrere Appartements umgebaut. Ein Appartmentpreis der größten Wohnung kostet dann mehr als 4 Millionen Euro. Also kein Bauprojekt, das den Wohnungsmarkt für die breite Mehrheit der Heidelberger Bewohner entlastet, sondern ein Projekt für Spekulanten.

 Jetzt hat Moretti die Baufreigabe für den Umbau der denkmalgeschützten „Krehl Villa“  erhalten. Im roten Punkt steht „ohne Garage“.

 Aber warum sind dann die alten Bäume dort wo die unterirdische Garage gebaut werden soll bereits illegal gefällt worden? Warum informiert die Stadtverwaltung die Öffentlichkeit über so wichtige Dinge darüber nicht? Auf der Webseite von Üsoligenial Heidelberg Rhein-Neckar e.V. und Montagdemo Heidelberg heißt es:

„Die Villa liegt innerhalb von zwei bedeutenden historischen Listen Denkmäler der Vor- und Frühgeschichte. Wir fordern vom Oberbürgermeister Würzner und der Stadtverwaltung Heidelberg einen kontrollierten sofortigen Baustopp, damit die Untere Denkmalschutzbehörde ungestört ihre Untersuchungen durchführen können, um zu verhindern, dass aus puren Profitinteressen wichtige historische Funde für immer unwiederbringlich zerstört und beseitigt werden“.

Wir brauchen in dieser Stadt eine kritische Auseinandersetzung zur Wohnungsbaupolitik in Heidelberg. Wir brauchen keine protegierte Villenpolitik für die Reichen, sondern erschwingliche, also bezahlbare und ausreichende Wohnungen für die breite Bevölkerung.

Wir wenden uns insbesondere an Sie als gewählte Stadträtinnen und Stadträte nehmen Sie ihre Kontrolle der Stadtverwaltung unter dem OB Herr Würzner war. Bringen Sie mit uns gemeinsam Licht ins Dunkle. Informieren Sie die Heidelberger Bevölkerung. Für einen Kurswechsel für die Bevölkerung nicht nur in der Wohnungspolitik, dafür brauchen wir eine starke Montagsdemo nicht nur in Heidelberg.                                                                            

Wir stehen Ihnen natürlich für weitere Informationen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Matz Müllerschön

Moderator der Heidelberger Montagsdemo, jeden Montag 18.00 Uhr auf dem Bismarckplatz

und Vorsitzender des Vereins Üsoligenial Heidelberg Rhein Neckar e.V.

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